Montag, 7. September 2015

Lambik Baba



"Lambik Baba" stammt aus der Feder Paul Geerts (Szenario) und Marc Verhaegen (Zeichnungen und Mitabeit am Szenario) und erschien 1991 als Band 230 der Serie "Suske und Wiske".
Im Zentrum der Geschichte steht eine Reise nach Indien - sowohl in dessen Gegenwart als auch in die Vergangenheit.

Wiske möchte gern, dass Tante Sidonia durch eine Adoptions-Organisation die Verantwortung für ein Kind aus armen Verhältnissen in Indien übernimmt. Ein Mädchen wird ihnen zugeteilt, das sie dann auch gleich besuchen gehen wollen. Vorher erscheint ihnen der heilige Sai Baba, der ihnen von der Existenz einer Mine erzählt, in welcher arme Kinder zur Arbeit gezwungen werden. Also beschliesst man, die Reise gleich mit der Suche nach dieser Mine zu verbinden.
Dummerweise "beamt" sich Lambik noch am Flughafen Bombays in eine unbekannte Vergangenheit, als er den Zöllnern die mitgebrachte portable Zeitmaschine erklären will. Nun müssen unsere Freunde auch noch herausfinden, in welchem Jahr Lambik gelandet ist und ihn zurückholen. Als wäre das nicht genug, werden sie auf ihrer Reise Ziel eines Bombenanschlags unbekannter Missetäter...
Titelbild der Originalausgabe

"Lambik Baba" ist so richtig vollgepackt mit Themen und Nebengeschichten. Lambik wird im Indien der Jahrhundertwende als heiliger Mann verehrt und irgendwo tritt dann auch noch Kriegsgott Shiva  mit seiner Familie auf. Nicht alle Fäden entwickeln sich glatt und logisch, aber insgesamt ist "Lambik Baba" ein packendes, manchmal fantastisch überbordendes, atmosphärisch dichtes Comicabenteuer geworden, dass sich sehen lassen kann.


Montag, 31. August 2015

Das Lebenselixier


"Het Levenselixir" ist ein Jommeke-Abenteuer aus dem Jahr 1988. Als Zeichner und Texter wird Jef Nys angegeben, doch das ist mit Vorsicht zu geniessen; man weiss, dass Nys Mitarbeiter hatte, diese aber namentlich nicht erwähnt wurden. Man kennt deren Namen zwar heute, aber die Alben den Künstlern zuzuordnen ist kaum mehr möglich.

Zum vorliegenden Album: Einmal mehr wird Professor Gobelijn entführt. Er hat das Elixier des ewigen Lebens erfunden. Eigentlich wollte er das geheim halten, bis er den Trank am lebenden Objekt getestet hat (Wie testet man sowas, wenn man nicht selber ewig lebt?). Doch Anatol, der als Reporter arbeitet, bekommt Wind davon und bringt es gross in die Zeitung. Darauf verbreitet sich die Kunde in aller Welt.
Als der Diktator des südamerikanischen Staates Buenovivos davon erfährt, sieht er seinen grössenwahnsinnigen Traum von ewiger Herrschaft in greifbare Nähe rücken. Gobelijn wird verschleppt, damit er das Elixier für ihn braut.
Jommeke, Filiberke und Flip finden heraus, wo der Professor festsitzt und reisen ihm mit der fliegenden Kugel nach. Ueber dem Dschungel von Buenovivos wird die Kugel allerdings von der Luftwaffe des Diktators abgeschossen; unsere Freunde werden von einer Gruppe Aufständischen Gruppe gerettet, die ihr Lager im Urwald aufgeschlagen hat. Mit ihrer Hilfe gelangen Jommeke und Filiberke in den Präsidentenpalast hinein. Doch da ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende...

Klingt abgedroschen und lässt sich zunächst auch so an - aber dann entwickelt sich die Geschichte doch anders als gedacht. Diesmal erzielt Jommeke mit seinen schlauen Ideen nämlich nicht die gewohnten Erfolge. Es gibt einige herbe Niederlagen einzustecken.
Die Geschichte ist atmosphärisch schön dicht, es gibt einige ungewohnte Schauplätze und aussergewöhnliche und spannende Begebenheiten, so dass "Het Levenselixir" durchaus zu den gelungenen Alben der Reihe gezählt werden kann.

Samstag, 29. August 2015

Der schwarze Schwan


Ein Suske und Wiske-Abenteuer von Meister Vandersteen selbst, aus dem Jahr 1958.
Lambik und Jerom arbeiten als Reporter; Jerom knipst und Lambik schreibt. Eines Tages erscheint das Bild eines geheimen U-Bootes in der Zeitung - wegen der strengen Geheimhaltung eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Das Bild stammt von Jerom, der ein Geheimnis um dessen Herkunft macht.
Lambiks Eifersucht und Suske und Wiskes Neugier führen bald zur Entdeckung: Lambik besucht regelmässig und heimlich den "schwarzen Schwan", eine hellsehende Zigeunerin, welche in ihrer Kristallkugel jedes gewünschte Objekt sichtbar machen kann. Sogar Ereignisse aus der Zukunft lässt sie Jerom, den sie liebt, sehen. Jerom knipst dann jeweils in die Kristallkugel hinein und verkauft die so geschossenen Bilder der Zeitung.
Als die Brüder der Zigeunerin, welche ihre Schwester eiferüchtig unter Verschluss halten,hinter die Liebesgeschichte kommen, versuchen sie Jerom, Lambik und ihre Freunde einzuschüchtern - natürlich vergeblich.
Titelbild der alten Ausgabe
Eines Tages plötzlich ist der "schwarze Schwan" plötzlich verschwunden. Da Jerom dringend neue Bilder für die Zeitung braucht, machen sie unsere Freunde auf die Suche. Die Spur führt nach Barcelona, wo weitere Abenteuer warten...
Ein recht gelungenes Album, das seine Geschichte in locker-witzigen Episoden entwickelt, ohne den roten Faden zu verlieren. Die Darstellung der Zigeuner ist allerdings zeittypisch etwas stereotyp und an einer Stelle sogar "politisch unkorrekt". Was ich allerdings nicht als Grund sehe, es im deutschsprachigen Raum unter Verschluss zu halten.

Mittwoch, 26. August 2015

Wawa Wangs Schatzkarte

 
Bei "De Kaart van Wawa Wang" handelt es sich um das Jommeke-Album Nr.98 aus dem Jahr 1980.
Im dorfeigenen Museum gibt es seit Neustem eine Piraten-Ausstellung. Jommeke und seine Freunde wollen sich unbedingt die Sachen des berüchtigten chinesischen Piraten Wawa Wang ansehen, insbesondere dessen Karten. Auf der Rückseite der einen soll sich sogar ein Schatzplan befinden. Da Rosemieke die Ausstellung langweilig findet, geht sie nach Hause, verirrt sich aber im Museum und entdeckt auf dessen Speicher viel interessantere Dinge. Als sie endlich gehen will, ist das Museum bereis zu.
Sie macht es sich zum übernachten in einer alten Kiste bequem, als Diebe ins Museum einbrechen: Der Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel Wawa Wangs hat von der Ausstellung Wind gekriegt und will sich nun der Schatzkarte bemächtigen. Rosemieke wird entdeckt und kurzerhand mitgenommen.
Am nächsten Morgen machen sich Jommeke & Co. auf die Suche nach ihr...

Nicht das beste Jommeke-Album, aber doch sehr kurzweilig und mit schönen, unerwarteten  Wendungen. Das Abenteuer führt unsere Freunde im zweiten Teil in die Südchinesische See, wo die Diebe statt des Schatzes eine echte Überraschung erwartet...
Sensible Gemüter könnten sich an der stereotypen Darstellung der drei Chinesen stossen.

Samstag, 22. August 2015

Diamantensuche am Big Hole


De grote gat ist ein von Paul Geerts geschriebenes und gezeichnetes Suske und Wiske-Album (Original-Nr. 250) aus dem Jahr 1996.
Obwohl es bei den flämischen Fans im Schnitt nicht besonders gut wegkommt (Grundtenor: "nichts Besonders für einen Jubiläumsband"), finde ich es aussergewöhnlich. Die Geschichte ist packend, eine gelungene Mischung aus Spannung und Witz; zudem wird das noch heute brisante Thema der Umweltzerstörung direkt und unverblümt angepackt. Die Dringlichkeit des Handelns in diesem Bereich wird nachvollziehbar gemacht und es werden interessante Fakten und Wissenswertes zum Thema Diamanten vermittelt.
Die Geschichte beinhaltet darüberhinaus ein Rätsel, das erst ganz zum Schluss auf einleuchtende Weise gelöst wird.

Professor Barabas wird ans Smithsonian Institute nach Washington gerufen, weil der dort ausgestellte berühmte "blaue Diamant" plötzlich eine rote Färbung aufweist. Just als Barabas den wertvollen Stein in seinen Analyse-Apparat einsapnnt, löst das sich wertvolle Kleinod in Luft auf. Die Wissenschaftler machen Barabas dafür verantwortlich, welcher darauf am Boden zerstört ist. Als aber Wiskes Stoffpuppe Schanulleke kurz darauf ebenfalls vor aller Augen verschwindet, wird klar, dass etwas anderes als das Versagen Barabas' hinter der Sache steckt. Parallel zu diesen Ereignissen wird eine Zeitreise-Expedition ins Jahr 1888 nach Südafrika gestartet. Im berühmten "Big Hole" soll ein weiterer blauer Diamant versteckt sein, den Barabas als Ersatz herbeizuschaffen versprochen hat.
Titelbild der alten Ausgabe

Suske und Wiske verreisen mit Lambik und Jerom (Wastl) ins Jahr 1888. Inzwischen werden Professor Barabas und Tante Sidonia von einer Gruppe Internet-Hackern gefangen genommen, die Wind vom Ziel der Zeitreise bekommen haben. Barabas bleibt nichts anderes übrig, als zwei der Verbrecher ebenfalls nach Südafrika zu schicken, wo sie sich an die Fersen unserer Freunde heften, um ihnen den wertvollen Stein abzunehmen.

Der Südafrika-Teil ist mit zahlreichen komischen Zwischenfällen garniert, während die Rahmenhandlung im Heute der ernsten Thematik gemäss eher nüchtern gehalten ist. Dadurch wird die Dringlichkeit der "grünen" Botschaft wirkungsvoll unterstrichen.
Ein toller Band!

Sonntag, 16. August 2015

Die Gurkenprinzessin



Der deutsche Band 6 bringt ein Abenteuer neueren Datums aus dem Jahr 2003. Es wurde von Philippe Delzenne geschrieben und gezeichnet, der heute den Grossteil der Jommeke-Alben gestaltet.
Im Album drin fehlen jegliche Angaben zum Urheber.

Es geht um die Nachfahren des Piraten Kraakbeen und dessen Schatz. Den Einwohnern von König Silberbarts Reich geht es gut, seit dieser den Schatz des Piraten Charleston Kraakbeen gefunden und zum Wohle des Volkes eingesetzt hat. Da taucht überraschend dessen tot geglaubter Nachfahre Bartholomäus Kraakbeen mit seiner Piratenmeute auf, um sich an König Silberbart zu rächen. Kraakbeen entführt dessen schöne Tochter Prinzessin Sangriana und reißt die Macht an sich.
Zusammen mit Kraakbeens Zwillingsbruder beschließen Jommeke und seine Freunde, die Prinzessin zu retten und machen sich mit Professor Gobelijns U-Boot-Wal auf den Weg in die Karibik...

Die Geschichte ist toll gezeichnet - Delzennes Stil hat die neueren Jommeke-Alben gehörig aufgewertet. Leider kann die Story hier nicht mithalten; sie vermag erwachsene Leser nicht zu überzeugen, bietet sie doch einfach eine Abfolge von mehr oder weniger spannenden Situationen, und die Figuren sind nicht so recht darin verankert. Professor Gobelijn (als Pirat verkleidet) etwa wirkt diesmal ziemlich fehl am Platz; zudem zaubert er auf mirakulöse Weise immer wieder rettende Erfindungen aus dem Hut; zufällig scheint er genau die richtigen mit auf die Reise genommen zu haben! Das wirkt etwas gar simpel und ist nicht unbedingt dazu angetan, der Serie zu mehr Popularität zu verhlfen. Zu diesem Zweck müsste der Verlag nun die besseren Alben herausbringen!

Mittwoch, 12. August 2015

Das Schoko-Komplott


Affe Choco liebt Schokocréme. Er spürt die Dosen überall auf und schleckt sie leer. Leider hinterlässt er dabei stets eine unglaubliche Sauerei. Anne- und Rosemieke beschliessen, Choco mit einer Überdosis zu kurieren und melden ihn zu einem Schokocréme-Esswettbewerb an: Wer am meisten von dem braunen Zeug essen kann, bekommt einen Preis.
Choco gewinnt - der erwünsche Effekt bleibt aus. Dafür wird Choco vom Schokocréme-Hersteller für eine Werbekampagne angeheuert. Diese hat grossen Erfolg und bald ist Chocos Bild in jeder Zeitschrift.
Im fernen Amerika entdeckt ein verwöhnter kleiner Junge, der bei seinem reichen Grossvater lebt, Chocos Bild in einer der Zeitschriften, die sein Opa von einer Geschäftsreise aus Belgien mitgebracht hat. Ein Affe wie Choco ist genau das Haustier, das ihm noch fehlt und er will, dass sein Opa ihn kauft.
Natürlich schlagen Anne- und Rosemieke das grosszügige Angebot aus.
Da wird Choco plötzlich während einer Fotosession von Männern mit einem Helikopter entführt...
Eine sehr gute, spannend erzählte Geschichte, die sehr witzig beginnt und das Potential des Themas "Werbemaskottchen" geschickt auschöpft. Die Figuren sind sehr differenziert gezeichnet, die "Bösewichte", der reiche Geschäftsmann und sein verwöhnter Enkel, sind nicht einfach negativ gezeichnet.
Ein wirklich tolles Album, das m.E. zu den besten gehört und auf deutsch sicher Anklang finden würde!