Samstag, 24. Februar 2018

Die Berg-Zwerge


Mic Mac Jampudding ruft Jommeke zu Hilfe, weil auf seinem Land Nachts seltsame Dinge vor sich gehen.
Als Jommeke und Filiberke sich auf Erkundung gehen, entdecken sie im nahe gelegenen Berg einen versteckten Eingang, der in eine unterirdische Stadt führt. Dort leben zwergähnliche Menschen, die für die oberirdischen Merkwürdigkeiten verantwortlich sind. Jommeke und Filiberke werden von deren König dazu verdammt, für immer unten zu bleiben, um das Geheimnis der kleinen Leute zu bewahren...

Kein Jommeke-Album, das ich zu Veröffentlichung empfehlen würde! Die Zeichnungen gefallen mir gar nicht - die Berg-Zwerge sind richtiggehend hässlich, zudem wirken die Figuren zappelig und machen ständig irgendwelche seltsamen Verrenkungen (siehe Bild unten). Und auch die Story flacht nach einem anfänglich guten, atmosphärischen Start total ab und mündet in einen richtiggehend lächerliche weil völlig weltfremde Auflösung.
Braucht es nicht auf deutsch...




Freitag, 16. Februar 2018

Käse mit Löchern


Vor kurzem ist im deutschsprachigen Raum ein weiterer Jommeke-Band erschienen: Die Nummer 12.
Der Comic ist alt, er stammt aus den Anfängen Jommekes, genauer: aus dem Jahr 1969, wo er als Band 38 erschien. "Käse mit Löchern" wurde wohl noch von Jef Nys selbst gezeichnet und getextet. Der Comic erschien bereits in den 70er-Jahren in Deutschland (im Gemini-Verlag), dort unter dem Titel "Der rätselhafte Fund".

"Käse mit Löchern" ist die "typische" Abenteuergeschichte, wie sie damals gerne erzählt wurde: Die Kinderbande um Jommeke erhält den Auftrag, ein verwaistes Baby nach Thailand zu seinen Eltern zurück zu bringen. Als blinde Passagiere schmuggeln sie sich an Bord eines Hochseedampfers, der sie nach Indien bringt. Von dort schlagen sie sich durch den Dschungel nach Thailand durch. Auf dem Weg erleben sie viele Gefahren.
Mehr ist nicht. Die Geschichte ist simpel und läuft nach dem Schema "und dann, und dann, und dann" ab. Trotzdem vermochte es Jef Nys, ihr einen ganz eigenen Charme zu geben - dank seinem unbekümmerten Witz und viel verquerem Humor.

Doch gerade der unbekümmerte Witz könnte dem Comic heute zum Verhängnis werden (was nicht zu hoffen ist): Da gibt es einige Passagen, die im heutigen beklemmenden Klima der ausufernden "poilitical Correctness" als "rassistisch" gebrandmarkt werden könnten. Einmal kommt ein betrunkener Inder vor, ein andermal - viel Schlimmer! - ein Stamm Wilder Schwarzer, Verzeihung: Maximalpigmentierter, die den Kindern ans Leder wollen und Sätze wie ""Jajka hululu supp" von sich geben.
Ganz schön mutig von Herausgeber Mario Wagner, sowas im heutigen Spitzel-Klima der allumfassenden Rassismus-Verdächtigungen überhaupt zu veröffentlichen! Chapeau!

Rassistisch ist an dieser Geschichte allerdings gar nichts - erstens handelt es sich bei dem "Hottentotten"-Stamm um ein damals gängiges und viel verwendetes Abenteuer-Versatzstück, zweitens ist der Stamm erfunden - jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Urwaldstämmen ist reiner Zufall, und drittens ist die Story ein Relikt aus einer anderen Zeit (was man allerings im Buch hätte kenntlich machen müssen - die notwendige zeitliche Verortung der Story fehlt sogar im Impressum).
Begrüssenswert, dass der irren Zensurwut der heutigen Rassismus-Sektierer nicht vorauseilend Gehorsam geleistet wurde.

Trotzdem könnte der Schuss nach hinten losgehen - dann nämlich, wenn "Käse mit Löchern" auf dem Schirm der erwähnten Moralprediger erscheint und diese dann den besorgten Eltern entgegen besseres Wissen weismachen, "Jommeke" schade ihren Kindern, weil er rassistisches Gedankengut verbreite.

Die Kinder verstehen die Sache interessanterweise genauso, wie sie gemeint ist. Ideologische Scheuklappen ist etwas, was man wohl erst im Erwachsenenalter entwickelt...

Sonntag, 11. Februar 2018

Angst über der Stadt


Das 303. Suske-und-Wiske-Album stammt aus der Feder von Peter van Gucht (Szenario) und Luc Morjaeu (Zeichnungen) und erschien 2009.
Obwohl die Geschichte im alten Antwerpen spielt, könnte es problemlos auf Deutsch übersetzt werden; die befürchteten, für uns kaum verständlichen lokalen Anspielungen bleiben aus.

Ohne es zu wollen, lässt Lambik drei Geister aus einer Flasche frei, welche die Stadt in Angst und Schrecken versetzen: Die Bewohner fallen in eine Schreckstarre, aus der sie durch nichts wieder erlöst werden können. Lambik reist darauf mit Suske und Wiske und mittels Professor Barabas' Zeitmadchine ins Antwerpen des Jahres 1434, wo der Professor den Ursprung der Geister-Flasche lokalisiert hatte. Dort angekommen begegnen sie einem Stadtoberen, der mittels der Geister die ganze Stadt terrorisiert und die Bewohner so gefügig macht...

Ein herrliches Abenteuer, atmosphärisch dicht und fantasievoll ausgeschmückt; trotz des ersnsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz - im Gegenteil! Das durchgängig hohe Gag-Niveau, die interessante Geschichte und die schönen Zeichnungen lassen diesen Band für eine deutsche Veröffentlichung prädestiniert erscheinen!


Freitag, 2. Februar 2018

Der blaue Wunschstein



Dieses Jommeke-Abenteuer ist auf Deutsch als "Jommeke Band 9" erschienen - es gehört zu den neueren Alben, erschien 2011 in Belgien und stammt aus der Feder Philippe Delzennes.

"Der blaue Wunschstein" bringt eine Vielfalt von Themen, die zum Teil schon aus älteren Alben bekannt sind.
Neu ist die Idee eines ausserirdischen Materials, das als Meteorit auf die Erde fällt und dessen Träger zu einer Art unwiderstehlichem Befehlshaber werden lässt: Was er befiehlt, wird sofort für ihn erledigt.
Zuerst findet ein Vorfahre des Professors Jeremias Denkekopps den Stein und lernt dessen Segen und Fluch kennen. Im Heute sind die Professoren Denkekopp und Gobelijn hinter dem Stein her, der in einer alten Aufzeichnung von Denkeopps Vorfahr auftaucht. Es gibt zunächst eine stimmungsvolle Expedition zum Baikalsee, wo der Stein zuletzt gesichtet wurde. Filiberke findet einen Splitter davon und nimmt ihn unbemerkt mit, was ihm zu Hause die bekannten (Befehls-)Kräfte verleiht. Er wechselt mehrmals den Besitzer und sorgt in Zonnendorp für eine komische Verwirrungen und Verwicklungen.
Und als dann noch Gauner auftauchen, die hinter dem wunderkräftigen Metall her sind, wird die Geschichte zu Ganovenjagd mit Entführung.

Die Themenvielfalt lädt zum mehrmals lesen ein, lässt die Geschichte aber auch etwas in Beliebigkeit ausfransen. Zudem tauchen zwei Figuren auf (die Bösewichte Carlos dela Rubarbos und Professor Helleborus), die sich deutlich auf ältere Jommeke-Alben beziehen, die bei uns aber nicht erschienen sind. Das stört leider den Lesefluss, denn man ständig das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben.

Insgesamt macht dieses Abenteuer doch Spass und Delzennes atmosphärisch schöne Bilder tragen das ihre zum guten Gesamteindruck bei.

Montag, 7. September 2015

Lambik Baba



"Lambik Baba" stammt aus der Feder Paul Geerts (Szenario) und Marc Verhaegen (Zeichnungen und Mitabeit am Szenario) und erschien 1991 als Band 230 der Serie "Suske und Wiske".
Im Zentrum der Geschichte steht eine Reise nach Indien - sowohl in dessen Gegenwart als auch in die Vergangenheit.

Wiske möchte gern, dass Tante Sidonia durch eine Adoptions-Organisation die Verantwortung für ein Kind aus armen Verhältnissen in Indien übernimmt. Ein Mädchen wird ihnen zugeteilt, das sie dann auch gleich besuchen gehen wollen. Vorher erscheint ihnen der heilige Sai Baba, der ihnen von der Existenz einer Mine erzählt, in welcher arme Kinder zur Arbeit gezwungen werden. Also beschliesst man, die Reise gleich mit der Suche nach dieser Mine zu verbinden.
Dummerweise "beamt" sich Lambik noch am Flughafen Bombays in eine unbekannte Vergangenheit, als er den Zöllnern die mitgebrachte portable Zeitmaschine erklären will. Nun müssen unsere Freunde auch noch herausfinden, in welchem Jahr Lambik gelandet ist und ihn zurückholen. Als wäre das nicht genug, werden sie auf ihrer Reise Ziel eines Bombenanschlags unbekannter Missetäter...
Titelbild der Originalausgabe

"Lambik Baba" ist so richtig vollgepackt mit Themen und Nebengeschichten. Lambik wird im Indien der Jahrhundertwende als heiliger Mann verehrt und irgendwo tritt dann auch noch Kriegsgott Shiva  mit seiner Familie auf. Nicht alle Fäden entwickeln sich glatt und logisch, aber insgesamt ist "Lambik Baba" ein packendes, manchmal fantastisch überbordendes, atmosphärisch dichtes Comicabenteuer geworden, dass sich sehen lassen kann.


Montag, 31. August 2015

Das Lebenselixier


"Het Levenselixir" ist ein Jommeke-Abenteuer aus dem Jahr 1988. Als Zeichner und Texter wird Jef Nys angegeben, doch das ist mit Vorsicht zu geniessen; man weiss, dass Nys Mitarbeiter hatte, diese aber namentlich nicht erwähnt wurden. Man kennt deren Namen zwar heute, aber die Alben den Künstlern zuzuordnen ist kaum mehr möglich.

Zum vorliegenden Album: Einmal mehr wird Professor Gobelijn entführt. Er hat das Elixier des ewigen Lebens erfunden. Eigentlich wollte er das geheim halten, bis er den Trank am lebenden Objekt getestet hat (Wie testet man sowas, wenn man nicht selber ewig lebt?). Doch Anatol, der als Reporter arbeitet, bekommt Wind davon und bringt es gross in die Zeitung. Darauf verbreitet sich die Kunde in aller Welt.
Als der Diktator des südamerikanischen Staates Buenovivos davon erfährt, sieht er seinen grössenwahnsinnigen Traum von ewiger Herrschaft in greifbare Nähe rücken. Gobelijn wird verschleppt, damit er das Elixier für ihn braut.
Jommeke, Filiberke und Flip finden heraus, wo der Professor festsitzt und reisen ihm mit der fliegenden Kugel nach. Ueber dem Dschungel von Buenovivos wird die Kugel allerdings von der Luftwaffe des Diktators abgeschossen; unsere Freunde werden von einer Gruppe Aufständischen Gruppe gerettet, die ihr Lager im Urwald aufgeschlagen hat. Mit ihrer Hilfe gelangen Jommeke und Filiberke in den Präsidentenpalast hinein. Doch da ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende...

Klingt abgedroschen und lässt sich zunächst auch so an - aber dann entwickelt sich die Geschichte doch anders als gedacht. Diesmal erzielt Jommeke mit seinen schlauen Ideen nämlich nicht die gewohnten Erfolge. Es gibt einige herbe Niederlagen einzustecken.
Die Geschichte ist atmosphärisch schön dicht, es gibt einige ungewohnte Schauplätze und aussergewöhnliche und spannende Begebenheiten, so dass "Het Levenselixir" durchaus zu den gelungenen Alben der Reihe gezählt werden kann.

Samstag, 29. August 2015

Der schwarze Schwan


Ein Suske und Wiske-Abenteuer von Meister Vandersteen selbst, aus dem Jahr 1958.
Lambik und Jerom arbeiten als Reporter; Jerom knipst und Lambik schreibt. Eines Tages erscheint das Bild eines geheimen U-Bootes in der Zeitung - wegen der strengen Geheimhaltung eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Das Bild stammt von Jerom, der ein Geheimnis um dessen Herkunft macht.
Lambiks Eifersucht und Suske und Wiskes Neugier führen bald zur Entdeckung: Lambik besucht regelmässig und heimlich den "schwarzen Schwan", eine hellsehende Zigeunerin, welche in ihrer Kristallkugel jedes gewünschte Objekt sichtbar machen kann. Sogar Ereignisse aus der Zukunft lässt sie Jerom, den sie liebt, sehen. Jerom knipst dann jeweils in die Kristallkugel hinein und verkauft die so geschossenen Bilder der Zeitung.
Als die Brüder der Zigeunerin, welche ihre Schwester eiferüchtig unter Verschluss halten,hinter die Liebesgeschichte kommen, versuchen sie Jerom, Lambik und ihre Freunde einzuschüchtern - natürlich vergeblich.
Titelbild der alten Ausgabe
Eines Tages plötzlich ist der "schwarze Schwan" plötzlich verschwunden. Da Jerom dringend neue Bilder für die Zeitung braucht, machen sie unsere Freunde auf die Suche. Die Spur führt nach Barcelona, wo weitere Abenteuer warten...
Ein recht gelungenes Album, das seine Geschichte in locker-witzigen Episoden entwickelt, ohne den roten Faden zu verlieren. Die Darstellung der Zigeuner ist allerdings zeittypisch etwas stereotyp und an einer Stelle sogar "politisch unkorrekt". Was ich allerdings nicht als Grund sehe, es im deutschsprachigen Raum unter Verschluss zu halten.